Januar 2008

"Rumpelplatz"

Abbildung 1 [R. Gohlke]

 

Auf der Abb. 1 ist ein Ladungssicherungsunfall zu sehen, bei dem die Physik nicht ohne eine gewisse Art von Ästhetik gewirkt hat. Nach einer verkehrsbedingten Bremsung lagen eine Vielzahl von ehemals relativ hoch gestapelten Aluminiumplatten weit aufgefächert vom Anhänger bis zur Fahrzeugkabine quer über das Zugfahrzeug und die Deichsel verstreut. Die Aluminiumbleche waren teilweise in Ladegestellen geladen, von denen nicht überliefert ist, wie sie ehemals mit dem Fahrzeug verbunden waren. Nach der verkehrsbedingten Bremsung verblieb ein Ladegestell auf der Ladefläche, das andere mit dem hohen Stapel von Aluminiumblechen rutschte vom Anhänger über die Deichsel gegen das ziehende Fahrzeug. Die "Sicherung" bestand aus zwei Niederzurrungen. Die Abb. 2 zeigt die Niederzurrungen, die teilweise mit den Blechen verrutscht sind und sich während dessen vom Fahrzeug gelöst haben. Ob die Niederzurrungen gebrochen oder nur nach vorne gerutscht sind, kann anhand der Bilder nicht gesagt werden.

 

 

Abbildung 2 [R. Gohlke]

 

Grundsätzlich ist es richtig, derartig labile Bleche, die unterschiedlich profiliert sind, in speziell dafür vorbereitete Ladegestelle zur Stabilisierung der Ladeeinheit zu laden. Bei dieser Verladung waren die Bleche wahrscheinlich weit über das Ladegestell hinaus geladen, sodass die Niederzurrungen die Bleche auf dem Ladegestell halten mussten. Da die Reibung von profilierten Blechen - die gegebenenfalls noch verschmutzt sind - maximal mit µ = 0,1 anzunehmen ist, war die gewählte Sicherungsart für diesen Verladefall die falsche.

 

 

Abbildung 3 [R. Gohlke]

 

Wenn die Ladung durch die Ladungssicherungsmittel nicht nur gesichert werden soll, sondern auch eine Ladeeinheit bilden muss, sollten unbedingt Direktsicherungen eingesetzt werden. Um derart heterogene Blechpaketstapel zu einer Ladeeinheit zusammen zu fassen, ist es sinnvoll diese in Längs- und in Querrichtung zuerst zu bebändern, um sie dann mit Direktsicherungen bzw. Umspannungen auf dem Fahrzeug zu sichern. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Gurte nicht durch scharfe Kanten verletzt werden.

 

 

Festzuhalten bleibt, dass eine derartige Sicherung immer suboptimal ist, da sie

 

1.  aufwändig und

2.  fehlerbehaftet sein kann.

 

Eine gute Sicherung von losen Blechen, die immer wieder auf und ab geladen werden, kann nur in Ladegestellen, die eine formschlüssige Sicherung zu allen Seiten gewährleisten können, erfolgen. Diese Ladegestelle müssen dann formschlüssig auf der Ladefläche durch Twistlocks, Dorne oder Ähnliches gesichert werden, um gegen kippen und dergleichen mit Niederzurrungen abschließend mit dem Fahrzeug sicher verbunden zu werden.

 

 

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