Oktober 2007

"Übergeschwappt"

Abbildung 1 © Wolfgang Jaspers

 

In diesem Absetzbehälter wurde feuchte, fast nasse Erde transportiert.

Ohne das Bremsmanöver oder Ausweichlenkungen stattfanden, machte sich hier die Ladung "selbständig."

Wahrscheinlich wurde die sehr feuchte Erde durch die Vibrationen und Schwingungen während der Fahrt breiig und  verließ den Absetzcontainer auf der Vorderseite.

Die übergelegte Abdeckplane konnte die Erde nicht halten.

Hier wäre es besser gewesen, einen Container wie im folgenden Bild zu verwenden. Dieser hat rundum eine gleich hohe Ladekante und hätte die breiige Erde formschlüssig gesichert. Dabei muss natürlich sichergestellt sein, dass die Erde nicht so feucht ist, dass sie flüssig wird und dann schwappen könnte. Derartige Ladungen müssen in geschlossenen Behältnissen, wie Tanks, transportiert werden.

 

 

Abbildung 2 © Wolfgang Jaspers
Abbildung 3 © Wolfgang Jaspers

 

Auffällig sind auch einige andere gravierende Mängel.

Auf Abb. 3 ist zu sehen, dass die Absetzbehälteranschläge nicht direkt am Behälter anstehen. Es ist somit kein Formschluss nach vorne gegeben, obwohl diese Anschläge verstellbar sind.

 

Abbildung 4 © Wolfgang Jaspers

 

Auch zur Seite und nach hinten ist kein Formschluss gegeben.

 

 

Abbildung 5 © Wolfgang Jaspers

 

Als Ladungssicherung nach hinten wird oft der Kipphaken angeführt. Nach derzeit üblicher Bauart ist der Kipphaken aber nicht zur Ladungssicherung geeignet.

 

 

Abbildung 6 © Wolfgang Jaspers

 

 

Als Sicherung nach hinten ist auch die hintere Tragekette zu verwenden. Sie darf  jedoch nicht durchhängen, sondern muss, wie bei einer Direktzurrung "handwarm" vorgespannt sein (nur strecken, nicht spannen).

 

 

Abbildung 7 © Wolfgang Jaspers

 

Bei diesem Container ist die Kette in Form einer Y-Niederzurrung angelegt.

Niederzurrungen sind als Ladungssicherung bei Absetzcontainer nur bei sehr geringen Ladungsmassen geeignet.

Der Gleitreibkoeffizient liegt bei diesen Fahrzeugen in der Regel nicht über µ = 0,1, da die Stahlladefläche oft verschmutzt und feucht ist.

Wenn  80% des Ladungsgewichtes nach vorne zu sichern sind, ist das siebenfache des Eigengewichtes an Gesamtvorspannkraft erforderlich. Zur seitlichen Sicherung sind immerhin noch das fünffache des Eigengewichtes notwendig.

Dieser Aufwand ist nach unserer Auffassung unverhältnismäßig.

 

 

 

Berechnung der erforderlichen Gesamtvorspannkraft beim Niederzurren

Gleitreibbeiwert

µ = 0,1

Ladungsmasse

1000 kg

(leerer Container)

 

 

 

 

 

 

 

Erforderliche

Vorspannkräfte

nach vorn

 

1000 x 7

 

7000 daN

Erforderliche

Vorspannkräfte

zur Seite und nach hinten

 

1000 x 4

 

4000 daN

 

 

Besser ist eine Direktzurrung. Sie ist, wie in folgendem Bild anzulegen:

 

Abbildung: KLSK e.V.
Abbildung 8 © Fa. RUD

 

Im Gegensatz zu den oben gezeigten Bildern, bestehen bei diesem Verladebeispiel variable Sicherungssysteme  zur seitlichen Sicherung.

Wie man Absetzbehälter sichert, kann man in der VDI 2700, Blatt 17 nachlesen.

 

© KLSK e.V.