September 2007

„Das ist so schwer, das bewegt sich nicht“

Abbildung 1 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

Das kann doch nicht so schwer sein,

zu begreifen, dass dieser Satz bei der Ladungssicherung nichts zu suchen hat!

 

 

In der Tat war es so, dass der Fahrer, der diese Ladung verlor, glaubte, dass die Ladung sich aufgrund ihres hohen Gewichtes, nicht bewegen kann.

Diese Drahtziehmaschine hat ein Gewicht von etwa 16.000 kg.

Sie stand nur durch ihr Eigengewicht "gesichert" auf der Ladefläche. Als der Fahrer auf die Autobahn auffahren wollte, verlor er in einer Kurve die schwere Maschine.

Abbildung 2 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

Der Fahrer lenkte sein Fahrzeug nach rechts, aber die Ladung bekam davon nichts mit. Sie behielt die Richtung bei, in die sie zuvor gefahren war und fiel von der Ladefläche.

Es gab keine Sicherungskräfte, die die Ladung fest genug  am Fahrzeug hielt.

Außer Reibung waren keine weiteren Sicherungskräfte vorhanden.

 

Wie sah das Transportfahrzeug aus?

 

 

 

Abbildung 3 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

 

Das Transportfahrzeug war ein Sattelanhänger, und zwar ein Standard-Curtainsider, auch Tautliner genannt. Die Ladefläche bestand aus einer Holz-Siebdruckplatte.

Man muss sich immer vorstellen, dass die Planen und der Aufbau nicht da sind, bevor man die Ladung sichern will. Er dient lediglich dem Wetterschutz.

Der Fahrer setzte keine reibwerterhöhenden Matten (Antirutschmatten) ein. Aber auch der Verlader dieser hochwertigen Maschine machte sich darüber offensichtlich keine Gedanken.

Wohl aber der Konstrukteur, er hat die Maschine mit Zurrpunkten entwickelt. Dies ist auf dem folgenden Bild deutlich zu erkennen (rosa Anschlagpunkte):

 

 

 

Abbildung 4 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

 

Die Drahtziehmaschine war mit insgesamt sechs Anschlagpunkten versehen. Vermutlich wurden diese aber nur zur Beladung benutzt.

In Verbindung mit untergelegter Antirutschmatte hätte man die Maschine gut sichern können. An jeder Ecke eine Direktzurrung angebracht, und die Sicherung wäre vollkommen gewesen (eventuell vorhandene Winkel außer acht gelassen).

Siehe folgende Grafik:

 

Abbildung: KLSK e.V.

 

weitere Bilder:

 

 

 

Abbildung 5 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

Der Schaden ist nicht beziffert, er dürfte aber nicht unerheblich sein.

Die Fahrbahn musste ausgebessert werden, Leitplanken wurden ersetzt und die Maschine konnte in diesem Zustand nicht ausgeliefert werden. Auch die Folgekosten der Bergung für Autokran, Sattelkraftfahrzeug und Personal sind nicht zu vergessen.

Zum Glück gab es keinen Personenschaden.

 

 

 

 

 

Abbildung 6 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

 

 

Abbildung 7 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

 

 

Abbildung 8 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund
Abbildung 9 © Skerra - Autobahnpolizei Dortmund

 

Weitere Informationen sind zu finden unter dem Bild des Monats September 2006.

 

© KLSK e.V.