Oktober 2005

Die Autobahn gepflügt!!!

Abbildung 1 [Herkunft unbekannt]

 

Nach einem Fahrfehler hat ein Tieflader tonnenschwere Maschinenteile und Stahlbleche verloren. Verletzt wurde dabei niemand. Den Polizisten hatte sich am Unfallort ein Chaos geboten: Auf dem linken und mittleren Fahrstreifen lagen massive Eisenteile mit einem Gewicht von rund 2,8 Tonnen. Über mehrere hundert Meter hatten sich lange Stahlbleche über den Asphalt verteilt. Der Asphalt wies an mehreren Stellen zentimetertiefe und meterlange Furchen auf, die beim Aufprall der Teile entstanden sind.

 

 

Abbildung 2 [Herkunft unbekannt]

 

Verletzte oder weitere Beteiligte gab es nicht, da alle nachfolgenden Autofahrer trotz der abschüssigen Strecke noch rechtzeitig hatten bremsen können. Nach Angaben der Polizisten hätte sich ein Auto beim Zusammenstoß mit den schweren Maschinenteilen vermutlich überschlagen und wäre schlimmstenfalls in den Gegenverkehr katapultiert worden.

 

 

Stellungnahme des KLSK:

 

Details sind uns leider nicht bekannt, daher kann diese Stellungnahme nur auf Annahmen und Mutmaßungen beruhen. 

 

Beschrieben wird ein Fahrfehler, also kein Unfall, sondern nur eine ggf. korrigierende, heftige Lenkbewegung. Laut VDI-Richtinien muss die Ladungssicherung diesen Anforderungen gewachsen sein. Der Blick auf die Ladefläche lässt vermuten, dass die Stahlteile unzureichend niedergezurrt waren. Formschluss (z.B. zu den Rungen) war augenscheinlich nicht gegeben. Reibungserhöhendes Material (bis auf die Paletten) kam auch nicht zum Einsatz. Bei der Lenkbewegung wurde eine seitliche Beschleunigung generiert. Die Niederzurrungen boten zu wenig Sicherungskräfte und so konnte sich die Ladung bewegen. 

 

Ladungsbewegung ist "Gift" für die Sicherung. Kommt Ladung auf einer Ladefläche ins Rutschen, baut sie, relativ zur Ladefläche, kinetische Energie auf. Diese Energie wird beim Auftreffen an der Ladeflächenbegrenzung in Verformung umgesetzt (Siehe Abb. Knickrunge).

 

Abbildung 3 [Herkunft unbekannt]

 

Ladung muss so gesichert werden, dass sie sich nicht bewegen kann!!

 

Das kann durch Reibungserhöhung, Formschluss und Umspannungen geschehen. Eine sinnvolle Kombination dieser Möglichkeiten wird wahrscheinlich immer zur wirtschaftlichsten Lösung führen.

 

Die Möglichkeiten zur Umsetzung von Umspannungen zeigen die folgenden Bilder. Eine Umspannung nutzt, im Gegensatz zu einer Niederzurrung, immer die volle Leistungsfähigkeit eines Zurrmittels. Bei einer Niederzurrung muss die Leistung (Vorspannung) von Hand eingebracht werden. Das mag bei relativ leichten Ladungen mit einem hohen Reibbeiwert noch sinnvoll sein, da die Reibung in alle Richtungen wirkt, aber bei Stahlkonstruktionsteilen sollte die Lash capacity eines Zurrmittels "intelligent" als direkte Sicherung eingesetzt werden.

 

 

Abbildung 4: Auszug aus dem Ladungssicherungshandbuch des GDV

 

 

 

Abbildung 5: Auszug aus dem Ladungssicherungshandbuch des GDV
Abbildung 6: Auszug aus dem Ladungssicherungshandbuch des GDV
© KLSK e.V.