März 2011

"Dachschaden"

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

 

Besieht man sich das Fahrzeug auf der Abbildung 1 scheint es sich um einen ganz einfachen Lkw zu handeln, der Baustoffe ausliefert. Oben auf der Ladefläche befinden sich große Pakete, die in Folie eingeschlagen sind, die an Holz- beziehungsweise Bretterpakete erinnern. Oben auf diesen Paketen liegen rollenförmige Produkte, deren Identität sich schon auf dem nächsten Bild klärt.

 

 

 

Abbildung 2 © Wolfgang Jaspers

 

In der Tat scheint es sich um Baustoffe zu handeln und bei den rollenförmigen Produkten um das Material, was man landläufig und laienhaft als Dachpappe bezeichnen würde.

 

Abbildung 3 © Wolfgang Jaspers

 

Je näher wir uns die Verladung besehen, umso eindeutiger wird klar, dass der Fahrer, der diese Verladung ggf. sogar selbst durchgeführt hat, sehr auf Ladungssicherung geachtet hat, denn die großen Pakete sind fein säuberlich formschlüssig an die Stirnwand herangeladen worden. Diese scheint in der Tat stabil zu sein und durchaus in der Lage die Kräfte bei einer Vollbremsung ohne Weiteres aufnehmen zu können.

Abbildung 4 © Wolfgang Jaspers

 

Nur bei der seitlichen Ladungssicherung der Holzpakete haben der Verlader und der Fahrer ein wenig nachlässig gehandelt. Sie haben sich nämlich zu 100 % darauf verlassen, dass wohl schon die Reibung diese Aufgabe übernehmen würde. Sie haben aber weder reibungserhöhende Materialien untergelegt noch mit den entsprechenden Niederzurrungen für eine Dämpfung gesorgt, sodass weder Vibrationen noch Schwingungen des Fahrzeugs dazu führen können, dass die gute Reibung gegebenenfalls auch bestehen bleibt. Unter diesen Voraussetzungen ist die seitliche Ladungssicherung - Fehlanzeige. Die einzigen Niederzurrungen, die bewusst sehr lose angebracht sind, sollen sicherstellen, dass die profilierten Kunststoff- oder Metallbleche, die oben auf den Holzbalken liegen, nicht durch eine Windböe abgehoben werden. Eine kräftigere Vorspannung hätte diese Platten wahrscheinlich beschädigt und somit ist auch jegliche beziehungsweise weitere Niederzurrungen wohl auch aus "Schutzgründen" für die Ladung entfallen.

 

Abbildung 5 © Wolfgang Jaspers

 

Spätestens auf der Abbildung 5 muss man feststellen, dass der Fahrer wohl doch nicht ganz so gewissenhaft gehandelt hat, wie ursprünglich uns der gute Formschluss der Holzpakete gegen die Stirnwand glauben machen wollte. Die rollenförmigen Produkte oben auf den Holzpaketen liegen in Rollrichtung und, zu allem Überfluss auch noch auf Folie, die die Reibung nicht gerade positiv beeinflusst. Es ist nicht überliefert, ob dieses Fahrzeug mit mehr als vier Rollen auf die Reise gegangen ist. Fakt ist, dass diese Rollen nach der Kontrolle durch die Polizei  anders verladen wurden, um sie dann einer adäquaten Sicherung zuzuführen, den Holzpaketen ging es ähnlich. Ab diesem Zeitpunkt wünschen wir:

Allzeit gute Fahrt!

© KLSK e.V.