Weihnachtsspecial 2010

Weihnachtspecial 2010-1

Abbildung 1 (Fotograf unbekannt)

Jedes Jahr, kurz bevor die Weihnachtsmärkte geöffnet werden, sieht man sie, die Transporte, die besonders große Weihnachtsbäume transportieren.

Möglichst günstig sollen die Bäume an zentralen Stellen aufgestellt werden, um die Besucher zu erfreuen und in weihnachtliche Stimmung zu versetzen.

Aber warum müssen Fahrzeuge eingesetzt werden, die dazu nicht geeignet sind?

Warum werden hier die einschlägigen Paragraphen der StVO mißachtet?

 

§ 23 Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers

(1) Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Er muss dafür sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.

 

Weiterhin darf die Ladung nicht in dieser Form nach vorn oder zur Seite herausragen.

Für den Transport auf dem Bild wird es keine Ausnahmegenehmigung gegeben haben. Eine solche Gefahr, wie die Sichtbehinderung, wird kein Sachbearbeiter beim Straßenverkehrsamt "anordnen". Absicherungsfahrzeuge vor dieser Gefahrenstelle sind nicht zu erkennen.

 

Auch wenn die Kommunen keine Gelder zur Verfügung haben, muss die Verkehrssicherheit gewährleistet bleiben. Solche Transporte sollten in professionelle Hände gegeben werden. Nötigenfalls muss man die dafür erforderlichen Gelder von den Standgebühren der Weihnachtsmarktbeschicker abzwacken!

 

Weihnachtspecial 2010-2

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

 

Das gleiche Phänomen gilt natürlich auch für den Transport von Weihnachtsmarktbuden. In diesem Fall war zwar nicht die Sicht behindert, aber die Ladungssicherung war nicht ausreichend und auch für die Überbreite gab es keine Ausnahmegenehmigung. Vor der Weiterfaht wurde aber alles Erforderliche durchgeführt, bzw. beantragt.

 

 

Weihnachtspecial 2010-3

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

 

Damit die Vorspannung von der Ratschenseite gut auf die andere Seite übertragen werden kann (K-Wert), wurde hier Kantengleitschnee eingesetzt!

 

 

Weihnachtspecial 2010-4

Abbildung 1 (Polizei Luxemburg)

 

Beamte der luxemburgischen Verkehrspolizei staunten nicht schlecht, als sie diesen Anhänger fahrend angetroffen haben. Es wurde eine Weihnachtsmarktbude fast ungesichert transportiert. Sie war lediglich mit einer Schraube befestigt und drohte herunterzukippen.

Dazu wog der Anhänger komplett 3030 kg. Erlaubt waren 750 kg.

 

Weihnachtspecial 2010-5

Abbildung 1 (Fotograf unbekannt)

 

Auch Schüttgüter müssen gesichert werden, insbesondere, wenn die Schüttkegel über die Bordwände hinausragen. Ob man diese Sicherung auf einem Waggon  aber ernst nehmen sollte, darf jeder selbst entscheiden. Lustig ist es allemal!

 

Zusatz: Ein aufmerksamer Betrachter dieser Seite hat sich gemeldet und folgende Information zu o.g. Bild geschickt:

 

"Diese Gurte dienen jedoch nicht zur Ladungssicherung, sondern sollen verhindern, dass die Bordwände durch das Gewicht des Schuttgutes aufgedrückt werden. Man sieht es sehr deutlich daran, dass ein Gurt jeweils über eine Bordwand gespannt ist." Frank S.; Berlin

 

Vermerk: Wenn das der Grund der Gurtverwendung war, dann muss man zumindest darauf achten, dass die Spanngurte sich nicht mehr in das Schüttgut einarbeiten können und damit locker werden!

 

 

Weihnachtspecial 2010-6

Abbildung 1 [Autobahnpolizei Bielefeld]

 

Ladungssicherung setzt immer auch voraus, dass ein geeignetes Fahrzeug eingesetzt wird. Das bedeutet, dass das Fahrzeug auch in einem Zustand ist, bei dem Ladungssicherung möglich ist.

 

Bei diesem Fahrzeug waren die Halterungen, an dem der Fahrradträger angebracht ist, ausgeschlagen, sodass ein Teil des Trägers herausgerissen war.

 

Vor der Fahrt sollte das Fahrzeug immer auf seinen einwandfreien Zustand hin untersucht werden.

 

 

Weihnachtspecial 2010-7

Abbildung 1 [Wolfgang Jaspers]

 

Hier hat sich der Fahrer große Mühe gegeben, um seine Holzscheite zu sichern. Zum Teil sind gute Punkte am Anhänger angebracht, an denen die Gurte eingehängt werden können. Auf keinen Fall aber dürfen die Haken in einen Gurt eingehängt werden (wie über dem Anhängerkennzeichen zu sehen).

Wesentlich einfacher und schneller wäre die Sicherung geworden, wenn der Fahrer ein stabiles Netz verwendet hätte.

 

Weihnachtspecial 2010-8

Abbildung 1 [Torsten Pempelfort]

 

Sind Auffahrrampen nur zum Auffahren da, oder sind sie vielleicht auch noch zum Herabfallen geeignet?

 

 

Weihnachtspecial 2010-9

Abbildung 1 [Torsten Pempelfort]

 

Modernes Ritterspiel?

 

Wie weit darf eine Ladung nach vorn herausragen?

 

Abbildung 1 [Torsten Pempelfort]

 

Eine Ladung darf nach vorn 50 cm über das Fahrzeug herausragen, aber erst ab 2,50 m Höhe. Dieses Maß ist leicht unterschritten.

 

 

Weihnachtspecial 2010-10

Abbildung 1 [Volker Weyen]

 

Kult?

 

Weihnachtspecial 2010-11

Abbildung 1 [K.-P. Leg]

 

Da die Platte zu groß und der PKW im Kofferraum und auf dem Rücksitz zu schmal, zu kurz, zu niedrig oder wie auch immer war,  legte der Fahrer die Tafel kurzerhand auf den Kopfstützen (Beifahrersitz und Rücksitz) ab. Eine wirklich tolle Brückenkonstruktion die nur bis zur Polizeikontrolle hielt.

 

 

 

Weihnachtspecial 2010-12

Abbildung 1 [Uli Weiskamp]

 

Besieht man sich das Taxi von vorn, sieht es aus wie ein ganz normales Taxi in einer großen 

westdeutschen Stadt.

 

 

 

Abbildung 1 [Uli Weiskamp]

 

Schaut man aber von hinten auf das Taxi, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Torfsäcke schützen den Kofferraum vor Zaunteilen. Gesichert wird die Ladung primär mit Gummis, die bei der Ladungssicherung in einem Fahrradkorb sicher gute Dienste tun würden, aber hier ein wenig deplaziert wirken. Sie sind auch nicht mit dem Fahrzeug verbunden, sondern dienen lediglich als "Ladeeinheitenbildung". Nach vorn weist diese Verladung erheblichen Formschluss auf. Über den Reibbeiwert der Torfsäcke auf dem Kofferraumdeckel und auf der Heckscheibe ist allerdings nichts überliefert. Der geneigte Ladungssicherungskolumnist hat schon gemunkelt, dass es sich bei dieser Art der Verladung wohl eher um die Vermeidung von Reinigungsarbeiten im Kofferraum handeln muss als um den Versuch, etwas sinnvoll und geschweige denn verkehrssicher zu transportieren.

 

Gott sei Dank war die Polizei zur Stelle und hat diesen Taxifahrer "konfirmiert", danach wurde verkehrssicher im Kofferraum transportiert.

 

 

 

Weihnachtspecial 2010-13

Abbildung 1 [Meinke]

 

Auf diesem Bild ist ein Anlagenteil auf dem Weg zu seiner Baustelle auf dem indischen Subkontinent zu sehen. In dem Anlagenteil hat es sich ein den Transport begleitender Arbeiter gemütlich gemacht. Auf einem Gaskocher wird Essen zubereitet, die Wäsche hängt an einem Konstruktionsteil zum Trocknen und ein gemütliches Lager für die Pause ist ebenfalls hergerichtet. Die Ladungssicherungsmaßnahmen scheinen durch Niederzurrungen zweifelsohne über jeden Zweifel erhaben.

 

Weihnachtspecial 2010-14

Abbildung 1 [Meinke]

 

Mitunter fragt man sich, warum wir Mitteleuropäer über nur etwas längere Fahrzeuge überhaupt so ein Aufheben machen. Auf dem indischen Subkontinent werden Fahrzeuge optimal genutzt, das gilt für die Seite und für das Heck. Dies hat gleich mehrere positive Auswirkungen: Sollte das Fahrzeug in einer Kurve seitwärts umstürzen, wird es weich aufgefangen und sogar die Außenspiegel haben eine Möglichkeit, diesen Sturz zu überleben. Die Gefahr, dass ein anderes Fahrzeug von hinten auf den Lkw auffährt, könnte leicht erhöht sein, denn die Bremsleuchten scheinen dem Betrachter ein wenig verdeckt zu sein. Der Aufprall wird aber weich abgefedert, sodass die Unfallfolgen bei weitem geringer sind, als wenn das Fahrzeug direkt an den Lkw anstoßen würde.

 

Der linke hintere Zwillingsreifen scheint schon Schaden genommen zu haben, aber wozu hat man dann überhaupt Zwillingsreifen.

 

 

Weihnachtspecial 2010-15

Abbildung 1 [Antonia v. Schlippe]

 

Auch auf dem südamerikanischen Kontinent wird mitunter Baumwolle transportiert. Auch hier ist der Laderaum eines Pickups optimal ausgenutzt und neben den eben beschriebenen Vorteilen der Kollegen vom indischen Subkontinent wird hier ein anderes nutzbares Potenzial der Ladung sichtbar.

 

 

Abbildung 1 [Antonia v. Schlippe]

 

Besieht man sich den Baumwolltransport näher, ruht auch hier ein Transportbegleitender auf der Ladung. Zum einen ruht es sich hier luftig - bei wahrscheinlich sengender Hitze - und zum anderen sehr weich, da die Baumwolle diese Eigenschaft sicher für sich in Anspruch nehmen darf.

 

Bedenkt man aber, dass wir geschützt von A- und B-Säule sowie von der gesamten Karosserie, angeschnallt und im Zweifel zwischen Airbags gefangen, relativ sicher über die Straße transportiert werden, stellt sich hier nicht nur eine Sicherheitsfrage. Die Ladungssicherung sei bei diesem Bild nicht weiter diskutiert.

 

 

Weihnachtspecial 2010-16

Abbildung 1 [Steffen Mühlthaler]

 

Wer diese Kolumne kennt, wird sich über die sehr drastische Art und Weise, wie dieses Bild überschrieben ist, wundern. In aller Regel finden wir gesetztere Worte. Aber da es sich hier um die Verladung von Müllcontainern handelt, die zugegebenermaßen sehr kunstvoll ausgeführt ist, wir aber das Gesamtbild samt Sicherheit und vor allen Dingen der Ladungssicherung betrachten, ist die Überschrift dieses Bildes auch gleich die Gesamtbewertung der Verladung und Sicherung. Weitere Ausführungen wollen wir uns hierzu ersparen.

 

 

 

 

 

Sollten Sie es tatsächlich geschafft haben, bis zu dieser Stelle der Weihnachts-Specials vorzudringen, wünschen wir Ihnen sowie allen Verkehrsteilnehmern ein geruhsames und frohes Weihnachtsfest und ein ladungssicheres 2011.

 

 

© KLSK e.V.